Das Lichtbild in Pass und Personalausweis

Wer einen Pass oder Ausweis beantragt, muss ein „aktuelles Lichtbild“ vorlegen. Das Thema „Lichtbild“ macht in der Praxis bei der Ausstellung von Pässen und Personalausweisen häufiger Probleme als man vermuten sollte.
Folgende Frage wird uns in letzter Zeit öfter gestellt: „Wann ist ein Lichtbild (noch) aktuell?“

Das Lichtbild dient dazu, den Dokumenteninhaber durch einen Vergleich seines Gesichts mit dem Bild zu identifizieren.
Es ist zu berücksichtigen, dass Dokumente durchweg eine sehr lange Geltungsdauer haben.
Die Gültigkeitsdauer eines Reisepasses beträgt für Personen ab vollendetem 24. Lebensjahr zehn Jahre (§ 5 Abs.1 Satz1 Passgesetz), ebenso lange gilt bei ihnen ein Personalausweis (§ 6 Abs. 1 Personalausweisgesetz). Dies muss man bei der Frage, ob ein vorgelegtes Bild als aktuell anzusehen ist, berücksichtigen. Anders gesagt: Es muss zumindest eine große Chance bestehen, dass der Dokumenteninhaber während der gesamten Geltungsdauer des Dokuments anhand des Bildes identifizierbar bleibt.

Schon aus solchen Überlegungen ergibt sich, dass Bilder, die zwei oder drei Jahre alt sind, auf keinen Fall mehr als aktuell behandelt werden können. Berücksichtigt man die reguläre Geltungsdauer von zehn Jahren für Reisepass und Personalausweis, dann ist ein Bild beim Ablauf der Geltungsdauer bereits 12-13 Jahre alt. Dieser Zeitraum ist so lange, dass größere äußerliche Veränderungen die Regel sind und nicht die Ausnahme. Deshalb ist von Anfang an absehbar, dass ein derartiges Bild mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch während der Geltungsdauer eine Identifizierung nicht mehr zuverlässig ermöglicht.

Ein Lichtbild, welches älter als ein Jahr ist, kann daher nicht mehr als aktuell angesehen werden.

Die Vorgabe von einem Jahr passt im Normalfall auch dann, wenn eine Person noch nicht 24 Jahre alt ist. In diesem Fall beträgt die Gültigkeitsdauer eines Reisepasses sechs Jahre (§ 5 Abs.1 Satz 2 PassG), ebenso die Gültigkeitsdauer eines Personalausweises (§ 6 Abs.3 PAuswG).